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Im Winterland

Gestern stand ich in der Küche und blickte durch das Fenster raus in den grauweissen Himmel.
Hier liegt seit Tagen Schnee und es fallen auch immer wieder neue Flocken.

Der Himmel war wirklich bemerkenswert grauweiss. Er stach richtig ins Auge mit seiner Unauffälligkeit. Für einen Moment kam es mir so vor, als wäre ich in einer grauweissen Welt gefangen. Ich dachte: So muss es sich anfühlen, im Märchen, wenn ewiger Winter ist.

Ihr kennt sicher diese Märchen, in der eine kalte Macht ein Land beherrscht und es gibt dort keine Jahreszeiten mehr. Wie in „Narnia“, ewiger Winter.
Ich stelle es mir so vor, dass die Kinder zunächst noch Freude daran haben, Schneemänner bauen, Schnellballschlachten machen. Ihre Sommerfeste weiterhin feiern, dann halt im Winter. Und dass es dann irgendwann den Reiz verliert und sie sich ein wenig selbst verlieren. So als zöge jeder Blick nach draußen in dieses grauweisse Einerlei ein wenig was von der Wärme in ihnen mit hinausziehen.
Irgendwann besteht der Himmel über dem Märchenland dann aus den erkalteten Gedanken der Wesen unter ihm.

Es war ein seltsamer Moment, aber zum Glück ging er schnell vorbei. Ich gehöre selten zu den Wetter-Beschwerern. Ich glaube, man kann sich sein Leben fast nicht schneller mies reden, als durch das Wetter – beeinflussen kann es niemand von uns und die Laune von ihm abhängig zu machen ist eigentlich schon fast selbstverletztend. Ich freue mich auf den Frühling, sehr sogar. Aber bis dahin habe ich weiter den Schnee lieb. Bleibt mir doch eh nichts anderes über und lieb haben hat schon immer gegen vieles geholfen.

3 Kommentare zu “Im Winterland

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