Nachgedanken zum Post von gestern

Es gibt so viele Dinge zu lernen, so vieles zu verstehen. Und es läuft doch alles auf eines heraus: Sei. Du. Selbst.

Alles andere kommt – von selbst.

Wenn Du erst mal weg kommst von Deinem Anspruch, das jeder Dich bitte mögen soll, wirst Du vielleicht sehen, wie viele Dich nicht nur mögen, sondern lieben. Und dass Du all die enttäuschst, die wirklich *Dich* meinen, wenn sie mit Dir reden, wenn Du nur immer versuchst, perfekt zu sein. Jemand anders zu sein.

Man muss mutig sein, um ein „Selbst“ zu sein.
Aushalten, dass jemand Dich mal falsch versteht. Eine andere Meinung haben, auch wenn es jemanden trifft. Man muss sogar lernen, auszuhalten, die, die man am wenigsten verletzen möchte, zu verletzen, wenn es sein muss.

Sich ständig verbiegen, um Menschen zu schützen, zu schonen, zu unterstützen, verbiegt unsere Rücken. Es bereitet uns auf Dauer Schmerzen, die wir aushalten, weil wir meinen, dass es für ein „höheres“ Gut ist. Weil wir schützen wollen. Weil doch jemand bestimmtes sonst…
Und so kommen wir nie voran. Und auch die, die wir schützen kommen nicht voran. Es mag sogar Menschen geben, die ohne das, was wir tun, fallen.
Aber nur wer fällt, kann lernen, aufzustehen und wieder allein zu stehen.

~Depression~ …

~Depression~

Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind.
Unsere tiefgreifendste Angst ist, über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein.

Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, das uns am meisten Angst macht.

Wir fragen uns: Wer bin ich, mich brillant, großartig, talentiert und phantastisch zu nennen?

Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen? Du bist ein Kind Gottes.

Dich selbst klein zu halten, dient nicht der Welt.

Es ist nichts Erleuchtendes daran, sich klein zu machen, damit andere um Dich herum sich nicht unsicher fühlen.

Wir sind alle bestimmt zu leuchten, wie es Kinder tun.

Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren.

Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in jedem Einzelnen.

Und wenn wir unser eigenes Licht erscheinen lassen, geben wir unbewusst anderen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.

Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere.

(Nelson Mandela)

Seit Monaten habe ich diesen Text hier auf meinem Schreibtisch liegen.
Und heute erst fiel mir auf: Ist das nicht Depression?
Nehme, wer möchte, den Gottesgedanken heraus, aber ist das nicht genau die Angst der Depression, hinter oder neben allem anderen: Großartig zu sein?

Ich fühle mich klein, unbedeutend, dumm und wertlos. Und ich habe Angst, mich etwas anderes zu nennen, Angst, es nicht erfüllen zu können.
Und doch weiß ich, wenn diese Depression vorbei ist, werde ich zumindest wieder wissen, dass ich wertvoll bin und werden darauf aufbauen können, überlegen können, ob ich nicht vielleicht sogar toll sein könnte.
Wenn ich aber doch dann darüber nachdenke – muss es dann nicht heute schon in mir sein?